von Lyss Produzentengalerie Basel

Medusa

2018

Öl auf Leinwand

150cm x 120cm

Serie "Lightning Trees"

2018

Öl auf Holz

je 30cm x 40cm

2018

Hovercraft

2017

Öl auf Leinwand

 

Klavierpartitur

1998

Tusche auf Papier

 

 

Sarasin ART Nacht

Open House

 

Donnerstag, 31. Mai 2018

17 - 22 Uhr

 

Anlässlich der Spalenacht 2018

offeriert die Galerie einen Apéro.

 

Herzlich willkommen!

 

 

 

 

Sarasin Art

Spalenvorstadt 11, 4051 Basel

 

 

26.April - 17. Juni 2018   Eröffnungsausstellung                    Galerie Sarasin Art                 Spalenvorstadt 11                           4051 Basel

Sarasin Art - Ausstellung.pdf
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Der Himmelsschleier eines Jägers

2018

Installation

Dieses Pferdchen will ich nicht.

2018

Installation

Holz, Fettkreide

100cm x 68cm x 34cm

2018

 

Goal!

2018

Installation

22cm x 22cm x 8cm

Gerda

2016

100cm x 160cm

Öl, Acryl auf Leinen

Kunst 17 Zürich                 von Lyss Produzentengalerie Basel

Lucy

2016 

180cm x 180cm

Öl, Acryl auf Leinen

verkauft

Kunst Kulturhaus Rothenfluh

INTERNATIONALE GALERIE HAMBURG

 

22. Mai - 17. Juni 2015

 

 


 Alte Spinnerei, Lausen BL

"Thomas Thüring trifft In Holz "

21. November - 30. November 2014


I+H+S

 

„In hoc signo“: Zwar weiss niemand so richtig, wie das Zeichen ausgesehen hat, das Kaiser Konstantin erschienen ist und ihm 312 den Sieg in der Schlacht an der Milvischen Brücke vorausgesagt hat, doch mit einem Kreuz wird es schon etwas zu tun gehabt haben.

 

Auf jeden Fall wird „Crux“ – eigentlich Marterholz, an dem man sich vor Schmerzen krümmt bis zum Tod (†) – seither als mächtiges christliches Symbol verstanden. Und als solches ist es dann „siegreich“ getragen worden an alle vier Enden der Welt: wieder so eine Kreuzfigur.

 

Neben den vier Himmelsrichtungen auch geometrische Form, unauffälliges
Erkennungszeichen. In der orientalischen Erzählung von Ali Baba durchschaut es die kluge Sklavin Mardschana allerdings trotzdem, rotwelscher „Zinken“, die vier „Säulen der Erde“ usw. – Und hat nicht auch die Flagge der NATO etwas von einem kompass- bzw. windrosenartigen Kreuz?

 

Es gehört zum Wesen jedes Symbols, dass es interpretiert werden kann, wenn nicht sogar muss. Klar, eine Rose ist eine Rose ist eine Rose, wie Gertrud Stein meint, doch fallweise aber halt auch noch… Mit dem Kreuz ergeht es einem ähnlich, auch mit den von Thomas Thüring erschaffenen und jetzt in Lausen ausgestellten.

 

Im unteren Stock hängen in jeder Fensternische drei 20cm3 grosse schwarze Würfel, auf denen Kreuzteile, ebenfalls schwarz, aber aus anderen Materialien, zu sehen sind. Der Betrachter kann, wenn er will, die Fragmente für sich zu einem Ganzen zusammenfügen. Diese schwarzen Würfel bilden den Unterbau zu den gleichfalls 20cm2 grossen Bildern: alle mit einer schwarzen Kautschukmasse überzogen, darunter erscheinen bunte Fenster, die als Kreuze mehr oder weniger erkennbar sind.

 

Thomas Thüring nennt die Bilder-Installation nach seiner Lieblingskirche „Anto-nius“. Vor rund 90 Jahren ist dieses Gotteshaus von Karl Moser in Basel erbaut worden. Der erste Sakralbau der Schweiz in reinem Sichtbeton („Brutalismus“) ist inzwischen, es dauert halt, mehrheitlich von der Bevölkerung akzeptiert worden. Nur noch selten hört man, dass die im Vergleich zum Traditionellen abstrakte Kirche „Seelensilo“ genannt wird. Und an den Glasfenstern von Otto Staiger und Ernst Stocker hat es von Anfang nur wenig auszusetzen gegeben. Eigentlich kaum der Rede wert, aber wegen dem Ausstellungsort sei es erwähnt: Der rot-braune Klinkerboden der Basler Antoniuskirche ist hergestellt worden aus Ton aus Lausen/BL.

 

Im oberen Stock ist mir zuerst ein graues „gemeines Kreuz“ aufgefallen, auf
einem weissen Hintergrund, quasi die Urform, ein Pfahl über einem Balken.
Horizontal-vertikal! Rot-grün könnte es gut auch ein Geschenkpäckchen der angelsächsischen Weihnacht sein oder, je nach Vereinsfarben, ein Fan-Banner auf irgendeiner europäischen Stadionkurve. Dominiert dieses Symbol dort so oft, weil es, wie dem Kaiser Konstantin, dem eigenen Team den Sieg bringen soll? Oder steht es, leider nicht ganz von der Hand zu weisen, für die Idee von der eigenen, überlegenen, weissen Rasse?

 

Je nach Art der Präsentation der Quadrate erkenne ich in anderen Kreuzen einen Grabstein auf einem christlichen Friedhof, das lateinische Kreuz, das „Passionskreuz“, oder das vom uralten, allerdings rot-weissen „Dannebrog“ abgeleitete Kreuz, das sich auf allen skandinavischen Flaggen befindet.

 

Rot-weiss wie das dänische Tuch sind auch die Schweizer Fahne und das „Rote Kreuz“. Bei Thomas Thüring wird daraus die Farbkombination Weinrot-Dunkel-grau. Die Dimensionen aber richten sich – nachgemessen habe ich sie nicht –nach dem Bundesbeschluss vom 12. Dezember 1889: „Das Wappen der Eid-genossenschaft ist im roten Felde ein aufrechtes, freistehendes weisses Kreuz, dessen unter sich gleiche Arme je einen Sechstel länger sind als breit.“

 

Ob sich hinter Thomas Thürings düsteren Farben die oft nicht mehr so hehre Realität der heutigen Eidgenossenschaft verbirgt, die dem postulierten hellen Ideal im leuchtenden Rot und Weiss je länger je mehr zuwiderläuft, kann ich nicht mit Bestimmtheit sagen. Auch nicht, ob damit angeklagt werden soll, wie schon oft die humanitäre Botschaft und der selbstlose Einsatz des „IKRK“ mit Füssen getreten und missachtet worden sind. Die Freiheit, dies so zu deuten, lasse ich mir aber nicht nehmen. Aufdrängen möchte ich sie allerdings auch niemandem, weder diese noch irgendeine andere Interpretation. – Das ist halt das Kreuz mit der abstrakten Kunst.

 

Neben den Kreuz-Quadraten umfasst die Ausstellung auch einige Rechtecke. Ein schwarzes „Balkenkreuz“ mit weissen Konturen weckt Erinnerungen an die Wehrmacht und die beiden Weltkriege, „La Croix de Lorraine“ mit den zwei Querbalken an die Befreiung Frankreichs. Beide Rechtecke, teilweise auf rostbraunem Grund, evozieren Panzer, Kampfflugzeuge auch. Sie bringen zwar den Tod, aber manchmal – diese Perversität bedauert schon der grosse bosnische Dichter Izet Sarajlić, als im Balkankrieg die NATO-Bomber am Himmel auf-tauchen – auch Freiheit und hoffentlich schliesslich Frieden. Sarajevo sagen – Kobane denken!

 

Wolldecken aus ehemaligen EMD-Beständen „verarbeitet“ Thomas Thüring zu Wolldecken, die nichts mehr mit eidgenössischen Wiederholungskursen oder lustigen Pfadi-Lagern (VU-Material) zu tun haben, sondern nur noch mit Laza-retten. Die giftgrünen und neonpinken Kreuzumrisse sprechen eine deutliche Sprache. Sie warnen vor Umweltkatastrophen, Gaskrieg, Seuchen.

 

Bei der abstrakten Kunst kommt dem handwerklichen Geschick, der Meisterschaft und der Technik sowie den verwendeten Materialien eine besondere
Bedeutung zu. Mit Kautschuk, Bleistiften, Edding-Pens und Lacken werden
Farben und Flächen in langwierigen Misch-, Kratz- und Abtragetechniken ge-staltet. Oft bilden nicht einfach eine simple Leinwand, sondern Armeewolldecken oder Leintücher und Tischdecken mit erhaben gewobenen oder gestickten
Mustern den Hinter- oder besser Untergrund der rechteckigen Bilder. Diese Stoffe erzählen selbst eine Geschichte – zusammen mit den Kreuzen wiederum eine ganz andere, neue.

 

Zwei gegenständliche Gemälde hängen ebenfalls an Thomas Thürings „Kreuzweg“: „Bukephalos“, das Schlachtross von Alexander dem Grossen (zwei Teile eines Triptychons) und die „Diadochen“. Zwar sind sie eigentlich Makedonen, doch wir verbinden sie mit dem, übrigens auch siegreichen, Hellenismus, sicher mit der griechischen Antike. Und, ähnlich wie das Schweizerkreuz, einfach Weiss auf Blau, gibt es da auch noch das „griechische Kreuz“. Bei Thomas Thüring kommt es konkret allerdings nicht vor. Doch alle sind frei, es trotzdem zu „sehen“. Mit dem griechischen „Konstantinopel“ verknüpft werden muss Konstantin der Grosse, damit auch der Anfang: „In hoc signo vinces.“ In diesem Zeichen wirst
du siegen! Oder: „In hoc signo fecit“.

 

Also: In diesem Zeichen hat Thomas Thüring es gemacht!

 

Willi Schläpfer